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Das treue deutsche Herz
( J. Otto)
Ich kenn ein'n hellen Edelstein
von köstlich hoher Art,
in einem stillen Kämmerlein,
da liegt er gut verwahrt;
kein Demant ist, der diesem gleicht,
soweit der liebe Himmel reicht.
Die Menschenbrust ist's Kämmerlein,
da legte Gott so tief hinein
den schönsten hellen Edelstein,
das treue, das treue deutsche Herz.
Für Pflicht und Recht, für Wahrheit, Ehr
flammt heiß es alle Zeit;
voll Kraft und Mut schlägt's hoch und hehr,
für Tugend, Frömmigkeit,
nicht schrecket es der Menschen Spott,
es traut allein dem lieben Gott,
der ganze Himmel klar und rein,
er spiegelt sich mit lichtem Schein
im schönen hellen Edelstein,
im treuen, treuen deutschen Herz.
Wohl weiß ich noch ein gutes Wort,
für dass es heiß entbrannt,
das ist sein höchster, heil'ger Hort.
das teure Vaterland;
treu hängt's an ihm, verrät es nicht,
selbst wenn's in Todesschmerzen bricht.
Kein schönrer Tod auch kann es sein,
als froh dem Vaterland zu weihn
den schönen hellen Edelstein,
das treue, treue deutsche Herz.
Nimm, Gott, mir alles, was ich hab,
ich geb es freudig hin,
nur lass mir deine schönste Gab:
den treuen deutschen Sinn;
dann bin ich hochbeglückt und reich,
kein Fürst auf Erden ist mir gleich.
Und soll mein Leib begraben sein,
dann setz in deinen Himmel ein
den schönen, hellen Edelstein,
mein treues, mein treues deutsches Herz.
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