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Dort wo der alte Rhein mit seinen
Wellen
(Vereins - und Taschenbuch 1865)
so mancher Burg bemooste Trümmer grüßt,
dort, wo die edlen Trauben saft'ger schwellen
und kühler Most des Winzers Müh' versüßt,
dort möcht ich sein, dort möcht ich sein
bei dir du Vater Rhein,
auf deinen Bergen möcht ich sein.
Ach, könnt ich dort in leichtem Kachen schaukeln
und hörte dann ein frohes Winzerlied,
viel schönre Träume würden mich umgaukeln,
als ferne sie der Sehnsucht Auge sieht.
Dort möchte ich sein, wo deine Welle rauscht,
wo `s Echo hinterm Felsen lauscht.
Dort wo der grauen Vorzeit schöne Lügen
sich freundlich drängen um die Phantasie,
dort ist es, ja, meine Sehnsucht kann nicht trügen,
dort ist das Land der schönen Poesie.
Dort möcht ich sein, bei dir, du Vater Rhein
wo Sagen sich an Sagen reih'n.
Wo Burg und Klöster sich aus Nebel heben
und jedes bringt die alten Wunder mit,
den kräft'gen Ritter seh ich wieder leben,
er sucht das Schwert, mit dem er oftmals stritt,
dort möchte ich sein, wo Burgen auf den Höhn
wie alte Leichensteine stehn.
Ja, dorthin will ich meinen Schritt beflügeln,
wohin sich jetzt nur meine Sehnsucht träumt,
will freudig eilen zu den Rebenhügeln,
wo die Begeisterung aus Pokalen schäumt!
Bald bin ich dort, und du, o Vater Rhein,
stimmst froh in meine Lieder ein.
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