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O alte Burschenherrlichkeit
(Vereins u. Taschenliederbuch 1865)
Wohin bist du verrschwunden!
Nie kehrst du wieder, goldne Zeit,
So froh, so ungebunden!
Vergebens spähe ich umher,
Ich finde deine Spur nicht mehr.
O jerum, jerum, jerum,
O quae mutatio rerum!
Den Burschenhut bedeckt der Staub,
Es sank der Flaus in Trümmer,
Der Hieber ward des Rostes Raub,
Erblichen ist sein Schimmer,
Verklungen der Kommersgesang,
Verhallt Rapier- und Sporenklang.
O jerum, jerum, jerum,
O quae mutatio rerum!
Wo sind sie, die vom breiten Stein
Nicht wankten und nicht wichen,
Die ohne Spieß bei Scherz und Wein,
Den Herrn der Erde glichen?
Sie zogen mit gesenktem Blick
In das Philisterland zurück.
O jerum, jerum, jerum,
O quae mutatio rerum!
Da schreibt mit finsterem Amtsgesicht
Der eine Relationen.
Der andere seufzt beim Unterricht,
Und der macht Rezensionen;
Der schilt die sünd'ge Seele aus
Und der flickt ihr verfallnes Haus.
O jerum, jerum, jerum,
O quae mutatio rerum!
Allein das rechte Burschenherz
Kann nimmermehr erkalten,
Im Ernste wird, wie hier im Scherz,
Der rechte Sinn stets walten;
Die alte Schale nur ist fern,
Geblieben ist uns doch der Kern,
Und den lasst fest uns halten.
O jerum, jerum, jerum,
O quae mutatio rerum!
Drum Freunde reichet euch die Hand,
Damit es sich erneue,
Der alten Freundschaft heil'ges Band,
Das alte Band der Treue.
Klingt an und hebt die Gläser hoch,
Die alten Burschen leben hoch
Noch lebt die alte Treue!
O jerum, jerum, jerum,
O quae mutatio rerum!
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