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Rheinweinlied
(Vereins u. Taschenliederbuch 1865)
Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher
und trinkt ihn fröhlich leer!
In ganz Europia, ihr Herren Zecher,
ist solch ein Wein nicht mehr.
Ihn bringt das Vaterland aus seiner Fülle,
wie wär er sonst so gut?
Wie wär er sonst so edel, wäre stille
und doch voll Kraft und Mut.
Er wächst nicht überall im Deutschen Reiche,
und manche Berge, hört!
sind, wie die weiland Kreter, faule Bäuche
und nicht der Stelle wert.
Der Blocksberg ist der lange Herr Philister,
er macht nur Wind, wie der;
drum tanzen auch der Kuckuck und sein Küster
auf ihm die Kreuz und Quer.
Am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre Reben:
gesegnet sei der Rhein!
Da wachsen sie am Ufer hin und geben
uns diesen Labewein.
So trinkt ihn denn, und lasset uns allewege
uns freun und fröhlich sein!
und wüssten wir, wo jemand traurig läge,
wir gäben ihm den Wein.
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