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Das Wiedersehen
(Stairisches Volkslied / Vereins - und Taschenliederbuch 1865)
I hab schon drei Sommer
mir's Heimgehn vorg'nomme,
i hab scho drei Sommer
mei Dirnderl nit g'sehn.
Auf mi wart's no immer,
wie wird ihm denn g'schehn?
Die Nacht sinkt schon abe,
man sieht gar nichts mehr;
heut muss i's heimsuchen,
wenn's no so weit wär.
Im Tannenwald hinten,
da wird i's scho finden,
im Tannenwald hinten,
da ist es daheim.
Kohlfinster ist's freilich,
im Wald hint' abscheulich,
kohlfinster ist's freilich,
das machen di Bäum.
I sieh scho von weitem
den Mondschein aufgehn,
die Sternlein am Himmel,
die leuchten so schön.
Jetzt bin i glei g'loffen,
denn `s Fenster war offen,
jetzt bin i glei g'loffen
und sagt da zu ihr:
Gott grüß di, mein Engel!
komm außi zu mir!
I trau mi nit außi
so spät bei der Nacht;
geh, sag, mei liebs Büberl,
was hast mir denn bracht?
Was wird i dir bringen -
a Ringerl an' Finger,
was wird i dir bringen -
a rosenfarbs Band.
I will di erlösen,
weil treu bist mir g'wesen,
i will di erlösen
vom ledigen Stand.
Jetzt druckt's mi ans Herzel,
sie verwusst sich nit mehr:
Du himmlischer Vater,
geh, schau einmal her!
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