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Wanderlust
(Vereins- und Taschenliederbuch 1865)
Auf, ihr Turner, laßt uns wallen
In den lieben, freien Wald!
In der Eichen grünen Hallen
Kräft'ger der Gesang erschallt;
Wo die alten Väter wohnten,
Löwenstark, doch taubentreu,
Wo einst freie Adler thronten,
Sich das Herz erhebet frei.
Nicht um Beute zu erjagen,
Ziehn wir auf des Wildes Spur,
Hin, wo graue Felsen ragen,
Geht's im Laufe durch die Flur;
Üben dort die Kraft der Glieder,
Prüfen kühn den Muth der Brust
Daß auf uns die Ahnen nieder
Aus Walhalla schaun mit Lust .
Ja, was scheu den Weichling schrecket,
Müh, Entbehrung und Gefahr,
In uns rechte Lust erwecket,
Gibt uns Schwingen, gleich dem Aar.
Denn wir Turner wollen werben
Nach der Väter Ruhm im Streit,
Daß für Recht und Volk zu sterben
Jeder sei mit Lust bereit.
Drum hinauf die steilen Höhen
Drum hinab zur tiefsten Schlucht,
Und in Flüssen und in Seen
Gleich dem Fisch das Ziel gesucht!
Sinkt dann spät die Nacht hernieder,
Ziehn wir heim des Wegs entlang,
Laben dort die müden Glieder
Froh bei Lied und Becherklang.
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