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Es heilt die Nacht des Tages Wunden
(Gottfried Kinkel)
Wenn mit der Sterne buntem Schein
Das königliche Haupt umwunden,
Sie still und mächtig tritt herein.
Die milden, leisen Hauche kommen,
Der Farben helle Pracht erblasst;
In weicher Linie ruht verschwommen
Der scharfen Zackenfelsen Last.
So legt die Nacht mit Muttergüte
Sich um die Seele schmerzensvoll;
Es läute still sich im Gemüte
Zur Wehmut jeder bittre Groll.
Die Tränen, die vergessen schliefen,
Nun strömen sie in mächtgem Lauf,
Es steigt aus wunden Herzenstiefen
Ein rettungsahnend Beten auf.
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